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Solarpaket I: Die Zukunft der Solarenergie

Date01.12.2023
AuthorSvea Solar

Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende in Deutschland. Solarstrom ist dabei ein wichtiger Baustein, denn er bietet die Möglichkeit, dezentral, kostengünstig und umweltschonend sauberen Strom zu erzeugen. Damit wird die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert und der Umstieg auf umweltfreundliche Energiequellen beschleunigt.

Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) das Solarpaket 1 erarbeitet. Mit diesem Gesetzentwurf soll nicht nur der Ausbau der Solarenergie gefördert, sondern auch bestehende Hemmnisse abgebaut werden. Damit trägt das Solarpaket 1 maßgeblich dazu bei, die Nutzung der Photovoltaik in Deutschland weiter voranzutreiben und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie wurde das Paket entwickelt und welche Ziele verfolgt es?
  2. Wie unterstützt das Solarpaket 1 gezielt die Solarenergie in Deutschland?
  3. Zukunftsperspektiven der Solarenergie in Deutschland und weitere Entwicklungen
  4. Wie profitieren Endverbraucher und Solaranlagenbesitzer von den geplanten Vorhaben?

Wie wurde das Paket entwickelt und welche Ziele verfolgt es?

Das Solarpaket 1 ist das Ergebnis von Diskussionen im Rahmen von zwei Photovoltaik-Konferenzen, bei denen zahlreiche Fachleute ihre langjährigen praktischen Erfahrungen eingebracht haben. Gemeinsam wurden Maßnahmen erarbeitet, die nicht nur den theoretischen Anforderungen entsprechen, sondern gezielt auf die Bedürfnisse von Anbietern und Endverbrauchern ausgerichtet sind.

Ziel des Solarpakets 1 ist es, im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bis 2030 eine Photovoltaik-Leistung von 215 Gigawatt zu erreichen. Dazu muss der jährliche Zubau auf 22 Gigawatt gesteigert werden - eine Verdreifachung des derzeitigen Wertes von 7 Gigawatt. Die Hälfte dieser neuen Leistung soll durch Dach- und Freiflächen-PV realisiert werden. Ziel der PV-Strategie ist sowohl die Erhöhung der Gesamtkapazität als auch eine ausgewogene Verteilung auf verschiedene Arten von Solaranlagen.

Wie unterstützt das Solarpaket 1 gezielt die Solarenergie in Deutschland?

Das Solarpaket 1 enthält eine Vielzahl von konkreten Verbesserungsvorschlägen, um bestehende Hemmnisse für den Ausbau der Solarenergie abzubauen und die Position der Photovoltaik in Deutschland nachhaltig zu stärken. Die wichtigsten Vorhaben des Pakets sind:

Flexible Direktvermarktung und Netzanschluss

Eine wesentliche Neuerung ist die Lockerung der Direktvermarktungspflicht. Als neue Vergütungsform wird die kostenlose Abnahme eingeführt. Gleichzeitig werden Regelungen zur Beschleunigung des Netzanschlusses umgesetzt, darunter ein Wegenutzungsrecht für Erneuerbare Energien und eine Ausweitung des vereinfachten Netzanschlussverfahrens. Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Ausbau der Solarenergie effizienter zu gestalten.

Unterstützung innovativer Solaranlagen und Stärkung der Bürgerbeteiligung

Das Solarpaket 1 konzentriert sich auf die Unterstützung von Innovationen in der Photovoltaik und die Stärkung der Bürgerbeteiligung. Für spezielle Solaranlagen wie Agri-PV, Floating PV, Balkonkraftwerke und Freiflächen-PV wird ein eigenes Segment geschaffen. Diese erhalten gesonderte Zuschläge, um ihre Marktfähigkeit zu stärken. Die Einführung einer Sonderfinanzierung für Biodiversitäts-PV und die Möglichkeit der Förderung von Agri-PV-Anlagen, die nachweislich den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, unterstreichen das Engagement der Bundesregierung für umweltfreundliche Technologien.

Vereinfachungen für Netzanschluss, Direktvermarktung und Zertifizierung

Zur Beschleunigung des Netzanschlusses sollen Regelungen getroffen werden, die den Einfluss der Grundstückseigentümer auf die Verlegung der Leitungen reduzieren. Außerdem soll der Anschluss kleinerer Solaranlagen auf Dächern erleichtert werden, indem die maximale Leistung von bisher 10,8 auf 30 Kilowatt erhöht wird. Erleichterungen soll es auch bei der Direktvermarktung von Solarstrom geben, insbesondere für Anlagen bis 25 Kilowatt. Außerdem soll die Zertifizierung von Solaranlagen angepasst werden, um Bürokratie abzubauen.

Anlagenzusammenfassung, Mieterstrom und Balkonkraftwerke

Mit den neuen Regelungen zur Anlagenzusammenfassung sollen Mieterstromprojekte insbesondere in Gewerbeimmobilien unterstützt werden. Künftig soll Mieterstrom auch in Nebengebäuden und Garagen gefördert werden, sofern der Strom direkt vor Ort verbraucht wird. Auch für Balkonkraftwerke sind Erleichterungen vorgesehen. Sie müssen nicht mehr beim Netzbetreiber angemeldet, sondern nur noch im Marktstammdatenregister registriert werden. Während der Übergangszeit kann der Einbau von Zweirichtungszählern verschoben werden.

Photovoltaikanlagen auf einer Schafswiese.

Zukunftsperspektiven der Solarenergie in Deutschland und weitere Entwicklungen

Obwohl das Solarpaket 1 in der Öffentlichkeit bereits auf breite Zustimmung stößt, weisen Vorschläge aus der Solarbranche auf weitere Verbesserungsmöglichkeiten hin, die im weiteren Gesetzgebungsverfahren zum Solarpaket konkretisiert und umgesetzt werden könnten. Besonders wichtig ist es, den Bau von Solaranlagen auf Gewerbegebäuden gezielt zu beschleunigen. Dies ist notwendig, um nicht nur die kurzfristigen Ausbauziele der Photovoltaik zu erreichen, sondern auch eine langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Ein wichtiger Punkt ist dabei die Berücksichtigung gestiegener Kapital- und Arbeitskosten bei der Bemessung der Einspeisevergütung. Diese Anpassung kann die Investitionsbereitschaft im gewerblichen Bereich gezielt erhöhen und damit zu einer erfolgreichen Umsetzung der Ausbauziele beitragen.

Der Gesetzentwurf zum Solarpaket 1 wird im Sommer im Bundeskabinett beraten, wenn es um den Zeitplan zur Verabschiedung geht. Anschließend erfolgt die Beratung und Beschlussfassung im Bundestag. Der genaue Zeitplan kann sich noch ändern, nach den Planungen des Bundeswirtschaftsministeriums soll das Paket aber spätestens zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Danach soll das Solarpaket 2 vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Dabei soll es vor allem um die baulichen und technischen Anforderungen an PV-Dachanlagen, die Abrechnung von PV-Strom in der Nebenkostenabrechnung, die Prüfung von weitergehendem Energy Sharing und weitere Aspekte gehen. Es wird erwartet, dass das Solarpaket 2 die Bemühungen zur Förderung erneuerbarer Energien konsequent fortsetzt und weitere Optimierungen im Solarbereich bringt.

Wie profitieren Endverbraucher und Solaranlagenbesitzer von den geplanten Vorhaben?

Die im Solarpaket 1 vorgesehenen Verbesserungen versprechen nicht nur einen beschleunigten Ausbau der Solarenergie in Deutschland, sondern bringen auch konkrete und direkte Vorteile für den Endverbraucher und Solaranlagenbesitzer. Diese Maßnahmen können nicht nur die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen verbessern, sondern auch zur Energieunabhängigkeit und finanziellen Attraktivität für Privatpersonen und Unternehmen beitragen.

Erleichterter Zugang zur Direktvermarktung

Besitzer von Photovoltaikanlagen sollen neue Möglichkeiten erhalten, ihren erzeugten Strom zu verkaufen. Dazu wird die Pflicht zur Direktvermarktung gelockert und die kostenlose Abnahme als neue Vergütungsform eingeführt. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Konditionen, sondern erhöhen auch die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen. Endverbraucher können so direkt von ihrer eigenen Solarenergie profitieren.

Vereinfachte Anschlüsse ans Netz und beschleunigte Projekte

Die vorgesehenen Regelungen zum schnellen Netzanschluss, insbesondere bei der Verlegung von Leitungen, ermöglichen eine zügige Umsetzung von Solarprojekten. Diese Änderung bringt nicht nur finanzielle Vorteile für die Anlagenbetreiber, sondern verringert auch den bürokratischen Aufwand. Die Integration der Solarenergie in das gesamte Stromnetz und damit kürzere Bauzeiten bedeuten eine schnellere Amortisation der Investitionen.

Förderung von Solarenergie für Mieter

Neue Regelungen zur gemeinschaftlichen Erzeugung erleichtern die Nutzung von Solarstrom durch Mieter, insbesondere in Mehrfamilienhäusern. Die gemeinsame Versorgung von Gebäuden und die einfache Verfügbarkeit von Mieterstrom - nicht nur auf individueller, sondern auch auf gemeinschaftlicher Ebene - bietet nicht nur Kostenvorteile, sondern auch die Möglichkeit, mehr Menschen an der Energiewende zu beteiligen.

Innovative Anlagen und Förderungsmöglichkeiten

Die Schaffung eines eigenen Segments für spezielle Solaranlagen, darunter Agri-PV und schwimmende Solargeneratoren, eröffnet ein breiteres Spektrum an Finanzierungsmöglichkeiten für Anlagenbesitzer. Ziel dieser gezielten Förderung ist es, nicht nur die Vielfalt der Solartechnologien zu stärken, sondern auch zusätzliche Investitionsanreize zu schaffen. Anlagenbesitzer können von spezifischen Förderungen profitieren, die auf ihre umweltfreundlichen Projekte zugeschnitten sind.