SOLAR RATGEBER - Svea Solar

Überschüssigen Solarstrom verkaufen

PHOTOVOLTAIK RATGEBER

Inhalt

  1. Wie verkauft man überschüssigen Strom?
  2. Wann musst du deinen Solarstrom versteuern?

Überschüssigen Solarstrom verkaufen

Jedes Jahr produziert deine Photovoltaikanlage überschüssige Solarenergie, die du nicht nutzt, aber mit der du Geld verdienen kannst. Diesen überschüssigen Strom kannst du als Kleinstproduzent an das öffentliche Stromnetz verkaufen. Vielleicht kann dadurch dein Nachbar oder einer deiner Freunde deinen Solarstrom nutzen. Insbesondere in den Sommermonaten kannst du hier ein Nebenverdienst aufbauen, welcher die Stromkosten im Winter decken kann.

Wie verkauft man überschüssigen Strom?

Strom, den du selber nicht nutzt, kannst du in das öffentliche Stromnetz einspeisen und dabei Geld verdienen. Das Gesetz für den Ausbau erneuerbare Energien (EEG) legt eine Vergütung für jede Kilowattstunde Strom, die Kunden in das öffentliche Netz einspeisen, für die kommenden 20 Jahre fest. Die Höhe der Einspeisevergütung hängt von der Anlagengröße, dem Typ (Gebäude oder Freifläche) und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab.

Aktuell beläuft sich die Vergütung auf:

  • kleiner als 10 kWp: 7,47 Cent pro Kilowattstunde
  • kleiner als 40 kWp: 7,25 Cent pro Kilowattstunde
  • größer als 40 kWp: 5,68 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Juli 2021)

Diese Einspeisevergütung sinkt allerdings seit Jahren, sodass es immer lukrativer wird, den selbst erzeugten Strom im eigenen Haus zu verbrauchen. Denn so müssen Hausbesitzer weniger Energie von ihrem Versorger beziehen und sparen etwa 30 Cent pro Kilowattstunde.

Die Netzbetreiber sind seit 2009 verpflichtet deinen Solarstrom anzunehmen. Um genau ermitteln zu können, wie viel Strom in das öffentliche Netz eingespeist wurde, muss der Netzbetreiber bei dir einen Zählertausch vornehmen und einen Einspeisezähler installieren.

Wann musst du deinen Solarstrom versteuern?

Wenn du eine Photovoltaikanlage auf deinem privaten Dach betreibst, kannst du verschiedenen Steuerpflichten unterliegen. Diese Steuerpflicht ist abhängig davon wie groß deine Anlage ist und ob du den erzeugten Solarstrom selbst nutzt oder verkaufst. Wir haben dir die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Da wir jedoch keine Fachprofis für Steuern sind, fragst du im besten Fall bei deinem Steuerberater nach, was am meisten Sinn macht.

Wenn du einen Teil deines Solarstroms verkaufst und dafür Geld bekommst, bist du unternehmerisch tätig. Sobald du hierbei Gewinn erzielst, fällt hierauf Einkommenssteuer an und du musst den Gewinn bei deiner Steuererklärung angeben. Das Bundesfinanzministerium hat im Juni 2021 neue Vorgaben veröffentlicht, wann du dich hiervon befreien lassen kannst.

Folgende Voraussetzungen musst du erfüllen:

  • die Photovoltaikanlage gehört dir und hat maximal 10kW Leistung
  • die Anlage ging nach 2003 in Betrieb
  • sie befindet sich auf einem Ein- oder Zweifamilienhaus oder auf anderen Gebäuden auf demselben Grundstück (etwa Garage oder Gartenhaus)
  • Du lebst in dem Haus oder hast es vermietet
  • Du nimmst durch gelegentliche Vermietung von Räumen im Haus maximal 520 Euro pro Jahr ein. Ein häusliches Arbeitszimmer bleibt unberücksichtigt.

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du wählen, ob du deine Gewinne aus dem Betrieb deiner Photovoltaikanlage versteuern möchtest oder ob du die "Vereinfachungsregel" anwendest und deine möglichen Gewinne nicht bei dem Finanzamt angeben musst. Das wird von dem Finanzamt als "Liebhaberei" betrachtet und bedeutet, dass du mit dem Betrieb deiner Anlage über die gesamte Betriebsdauer keinen Gewinn erwirtschaften wirst. Ob dies zutrifft oder nicht, wird von dem Finanzamt nicht überprüft.